Frauen sind unpolitisch und nicht witzig

Das Fernsehprogramm inspiriert. Mich jedenfalls. Zu ein paar kleinen Sätzchen über Frauen in Talkrunden, Kabarett- und Satiresendungen. Die suche ich nämlich vergebens, warte Woche für Woche darauf, dass sich mal eine Frau auslässt, auslästert und kluge spitze Sätze aneinanderreiht, wie die Schüsse aus einem Schnellfeuergewehr. Obwohl, das ist ja schon wieder gewaltverherrlichend. Also vergessen wir das Gewehr. Besonders schnell und gut schießen kann aber der Wilfried Schickler, das muss ich hier jetzt mal neidlos zugeben. Wenn der in den MItternachtsspitzen den Schlussakt vollzieht, gehen viele in Deckung. Vielleicht verschreckt der auch die Frauen. Der hat es echt drauf. Und dann sind da noch Männer wie Dieter Nuhr, Jürgen Becker, Urban Priol und Wolfgang Knebel, die reden über Frauenquoten und Hagen Rether spielt sein Liebeslied dazu. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde die arme und erst einkindige Ministerin Kristina Schröder immer wieder mit dem Muttermonster, der siebenkindigen Ursula von der Leyen verglichen. Klar, denn damit hat Mann die Lacher garantiert auf seiner Seite, schließlich hat der fernsehfeste Zuschauer, wenn er Ursula hört, das Bild der Ursula aus der Kleinen Meerjungfrau vor Augen. Die hat acht bis zehn Arme, genau so viele, wie die Ministerin als wirkliche Supermutter bräuchte, wollte sie ihre sieben Kinder auf einen Streich versorgen. Naseputzen hier, Teechen kochen da, Schuhe binden im Erdgeschoss, Poster aufhängen im zweiten Stock, Po abwischen und Haare föhnen im ersten Stock und dann noch das Fahrrad aufpumpen im Keller. So schön kann Tintenfisch sein sein. Ja, sein sein. Aber die Frauen lassen es sein, satirisch zu sein. Die haben keine Zeit dazu. Die müssen Nasen putzen von eigenen oder fremden Kindern. Und darum können sie auch bei Maybritt, Anne und Sandra oder Plasberg nicht in der Sendung sitzen. Da sind zu 99 Prozent vier Männer und eine Frau zu Gast. Und die Frauen (wenn es sich nicht um die Sandra Wagenknecht handelt) kommen kaum zu Wort. Villeicht sind Männer einfach lauter oder auch witziger. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, brauchen wir keine Kabarettistinnen, wenn wir Ursulas und Kristinas haben. Die sind doch weiblich, politisch und witzig. Wir können zwar nicht mit ihnen lachen, aber über sie schon. Dann gibt es noch die Nahles, die nicht weiß, was sie tut und die Angie, obwohl, über die schreib ich mal nix, das ist Majestätsbeleidigung. Vielleicht kommt man dafür irgendwann ruck zuck ins Gefängnis.