Grünplakettensteuer wegen schädlicher Verunreinigung

Eigentlich bin ich gegen Umweltverschmutzung. Auch bin ich keines Falls dafür, dass zu viele Russpartikel und Abgase durchs Autofahren in die Luft geblasen werden. Aber ich habe ein Problem: mein Auto ist alt und hat eine rote Plakette. Rot, gleich tot. Rot, das sind die Schlimmsten der Schlimmen. Rot, dass sind die, die sich schämen müssten, wenn sie den Schlüssel im Zündschloss drehen und der Motor zu rattern beginnt. Rot, rot, rot. Ich bin eine Rotplakettenfahrerin. Okay, mein VW-Bus ist 14 Jahre alt. Ein Diesel, der aber nur knapp sieben Liter verbraucht. Das ist ein guter Schnitt bei 150 PS. Ließe ich mir einen Russpartikelfilter einbauen, würde der Wagen etwa zwei Liter mehr verbrauchen. Die Leistung geht zurück. Findige Fahrer haben darum den Filter erst einbauen, dann in den Papieren eintragen, dann abstempeln, dann grüne Plakette aufkleben und dann das Teil wieder ausbauen lassen. Weil sie umweltfreundlicher fahren wollen. Hier auf dem Lande interessiert das keinen, will man aber mal in die Großstadt, dann geht das Theater los. Nach Berlin fahre ich mit meinem Wagen nicht mehr. Überall Umweltzone. Erlaubt ist nur, wer ein neues Auto hat. Das kann zwar 20 Liter verbrauchen, die Hummer und Cayennefahrer freut es. Die können überall hinfahren und parken, ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. Im November hat man mich in Leipzig erwischt: „Teilnahme am Verkehr trotz eines Verkehrsverbotes zur Verminderung schädlicher Verunreinigungen mit dem auf Sie zugelassenen Kraftfahrzeug“, steht auf dem Schreiben, dabei Tatzeitpunkt und Tathergang. Ich sehe die Leichen der Anwohner Am Brühl, wie sie sich türmen, gestorben an meinen Auspuffabgasen. Dabei habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, ob ich mein Auto einfach einem anderen verkaufe, der dann die Rotplaketten-A-Karte damit zieht und ich mir dann ein anderes Auto zulege. Die Produktion eines Neuwagens macht aber richtig viel Dreck und Emissionen. Der meiste Schadstoffausstoß entsteht bei der Produktion. Und die Autos sollen angeblich nur 15 Prozent der Feinstaube in der Luft ausmachen. Und übrigens: Es wurde bislang nicht nachgewiesen, dass diese Verordnung die Feinstaubbelastung reduziert hätte. Das ist dann genauso, wie der Irrsinn mit der Sommer- und Winterzeit, kein Nutzen, aber viele Kosten. Für den Rettungsschirm sehe ich hier aber durchaus eine Chance: Wir sollten in Wanfried eine Steuer für Grünplakettenfahrer aus Großstädten einführen. Sobald die ihren Wagen in der Gemarkung Wanfried abstellen, muss die Falle zuschnappen. Schließlich atmen wir hier den ganzen Dreck der Fahrzeuge ein, die in Großstädten nicht fahren dürfen. Ist denn das gerecht?

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