Lasset uns falsch parken

Jetzt habe ich die Lösung für unsere Entschuldung: heute Morgen, beim Lesen der Werra-Rundschau, ist mir ein Licht aufgegangen. Wir alle sollten in den kommenden Wochen im Kurvenbereich der Schlagdstraße falsch parken. Am besten auf dem Bürgersteig. Die Aktion könnte koordiniert ablaufen, Verabredung über social media, „# falschparken“ und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Bescheid geben, die kommen dann rum, wenn die Kurve voll ist. Dann gibt es den gelben Zettel, alle, die einen haben, fahren damit weg, um für die nächsten Falschparker Platz zu machen. 20 Euro pro Aktion kommen danach in die Stadtkasse, allerdings müsste man mal den Personalaufwand und den Verwaltungsaufwand gegenrechnen. Vielleicht sollte man auf Barzahlung übergehen.. das überlege ich noch mal.

Ich weiß nicht, wie viele Autos es in Wanfried gibt, aber wenn 2.750 Busgelder in Höhe von 20 Euro ausgesprochen und einkassiert werden, ist der Parkplatz bezahlt. In der Zeitung stand, dass schon 1.200 Euro durch den Parkscheinautomaten, der auf der Wiese vor der Werrabrücke wohnt, eingespielt worden sind. Damit verringert sich der Wert um 60 auf 2.690 Spender, die ihre Wagen im Halteverbot stehen lassen müssten, bis der gelbe Zettel hinter dem Scheibenwischer klemmt. Wie viele Gebühren durch die 120 Verstöße gegen das Parkverbot eingenommen wurden, stand dort nicht. Allerdings könnte man das schätzen. 15 Euro für das Parken innerhalb des Halteverbotes, 20 Euro wenn die Reifen auf dem Bürgersteig ruhen. 120 Verstöße sollen ausgeprochen worden sein, im Schnitt 17,50 Euro, aber wir schätzen mal im Verhältnis 3 : 1 für die Straßenparker und rechnen: 90 x 15 Euro = 1.350 Euro plus 30 x 20 Euro = 600 Euro. Zusammen ergibt das 1.950 Euro plus die 1.200 aus der Gebührenkiste macht 3.150 Euro. Ziehen wir jetzt diese Summe, die schon nach sechs Wochen zusammengekommen ist, von den 55.000 Euro ab, bleiben 51.850 Euro, die von 2.592,5 Autofahrern zusammengebüßt werden müssten. Das ist eine Verbesserung der Büßerzahlen um 157,5 Falschparker. Wobei: dann müsste der Halbe vielleicht nur mit einem Reifen auf dem Bürgersteig …? Das kann ich jetzt nicht überlegen.

Und noch ne Rechnung: 10 Euro kostet es, wenn man kein Parkticket löst oder die Zeit überschreitet, für die man eins gelöst hat. Dann würde ich persönlich eher keins lösen, weil ich am Ende sowieso genauso viel zahlen müsste, wie einer, der kein Ticket löst. Das finde ich ungerecht. Aber so ist die Regel. Mich würde außerdem interessieren, ob auch andere Falschparker jetzt endlich mal zur Kasse gebeten werden? Diejenigen, die auf Bürgersteigen parken, diejenigen, die mit 60 kmh durch 30-er Zonen rasen und diejenigen, die auf Fahrradwegen immer wieder mit dem Auto unterwegs sind. Darüber habe ich noch nix gelesen und auch noch nix gehört.