Plagiate gibt’s überall

Schatzi hat abgeschrieben. So schreiben es die Medien. Gemeint ist Dr. Jorgo Chatzimarkakis. Der Arme muss jetzt zur Strafe von einem Talkshow-Sitzkreis zum nächsten reisen, sich immer wieder verteidigen, rausreden, drumherum reden, aber nur nicht zugeben, dass was dran ist, an dem Vorwurf, abgeschrieben zu haben. Es gäbe Schwächen in seiner Arbeit, die ihm ja schon einen Notenabzug beschert hatten, so Schatzi. Aber er kann einem auch leid tun, er hat seinen Doktortitel auch für Opa gemacht und weil der die Verleihung nicht mehr erleben durfte (oder sollte ich „musste“ sagen?), hat Schatzi dem Opa die Doktorabeit mit ins Grab gelegt. Und dem ist unter der Erde sicher ganz egal, ob da Stellen drin sind, die als Plagiate bezeichnet werden könnten.
Außerdem wird doch wohl überall abgekupfert, werden Pläne, Zeichnungen und Ideen geklaut. Bei Chinesen ist das kein Delikt, es gehört zum guten Ton. Und auch sonst ist das Schmücken mit fremden Federn ganz normal. Gibts übrigens auch in Wanfried und diejenigen, die wissen, wer von wem abgeschrieben, abgeguckt oder abgeplant hat, halten sich meist an die erfolgreichen Vermarkter der Ideen. Denn mit denen stehen sie im Rampenlicht, nicht mit den Urhebern, die sind zweite Wahl. Aber man unterschätzt auch die Genugtuung, mit der ein Urheber die Erfolgsstory seiner Idee verfolgt. Die mit fremden Federn prahlenden Leute müssen ja schließlich im Gedankengut der Urheber leben. Das ist schön und sollte als Strafe ausreichen. Und jedesmal, wenn sie behaupten, dass alles auf ihrem Mist gewachsen sei, erscheint das Bild des Urhebers im Kopf und winkt freundlich. Grinsend. Solche Urheber verfolgen alles ganz genau und freuen sich über jede Kleinigkeit, die ihre Handschrift trägt.
Deshalb: Doktorarbeiten kaufen, klauen oder schreiben lassen, was macht das schon? Die Welt, wie wir sie uns machen, ist doch wunderbar in Ordnung. Wären da nicht die Spielverderber, die sich erinnern, wie es wirklich war. „Das behaupten wir einfach“, geht nicht immer, aber es geht lange. Dem Schatzi hat das Internet den Hals gebrochen, oder es könnte ihm den Hals noch brechen, wie den beiden Enttanrten KT und KM. Aber auch die kommen mit gebrochenem Genick noch ganz gut durchs Leben. Und deshalb sollte auch Schatzi nicht so viel Angst vor der Zukunft ohne Doktortitel haben. Es wäre eh besser gewesen, die Arbeit ganz bei Opi zu lassen. Aber dann hätten wir alle nicht so viel Spaß gehabt. Und darum wünschen wir auf diesem Weg allen Abschreibern und Ideenklauern für die Zukunft viel Vergnügen, Freude und Glück mit dem, was sich die Urheber ausgedacht hatten. Denn die freuen sich jeden Tag diebisch darüber, dass ihre Idee eine Erfolgsstory wurde. :-))))))))))))))))))))))))))))))