Unmenschen gibt es, aber keine Untiere

„Das ist vielleicht ein Unmensch“, sagte der braune Kater zu seinem Freund. Die beiden saßen wie so oft auf der hohen Mauer und schauten über die Wiese, die an den Bauernhof angrenzte. Von hier aus hatten sie einen herrlichen Ausblick auf die Mäuse in der Wiese und die Katzen des Bauern, die durch ihre Dreifarbigkeit von besonderer Attraktivität waren. Die Katzen liefen wie Models auf dem Laufsteg immer hin und her und präsentierten sich den beiden Katern von ihrer besten Seite. „Ach, das waren noch Zeiten“, sagte der schwarze Kater plötzlich und seufzte laut. „Wie, du etwas auch?“, fragte der braune Freund. „Ich befürchte ja“, war die Antwort. Eine Weile noch schwiegen sie, bevor sie den Rückweg nach Hause antraten. Vor zwei Wochen noch, da wären sie von der Mauer gesprungen, hätten in Windeseile die Wiese überquert und hätten die drei Katzen beglückt. Aber nun war das nicht mehr möglich. „Gibt es eigentlich auch Untiere?“, fragte der schwarze Kater seinen Freund. „Nein, das Wort habe ich noch nie gehört“, antwortete dieser. „Kastrieren Sie dieses Untier endlich!, hat der Bauer meinem Herren gesagt.“ „Der ist genauso ein Unmensch wie mein Herr“, sagte der braune Kater.

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